Unsere Gastfamilie bestand aus Alphonsa, ihrer 13-jährigen Tochter und der Oma. Der Vater arbeitet im Ausland, er kommt nur sehr selten nach Hause und die ältere Tochter studiert in Russland Medizin.
Nachdem wir mit einem Tee empfangen wurden, bezogen wir unser Zimmer, das leider ganz schön dreckig war…
Die nächsten zwei Nächte schlief ich auf einem hölzernen Bettgestell ohne Matratze und Sara auf einem viel zu kleinen Feldbett.
Das Programm des ersten Tages bestand daraus, beim verteilen der Hühner an Familien zu helfen (bzw. Ich half beim Hühner austeilen und Sara machte Fotos…denn diese Tiere sind nicht gerade ihre Freunde :D) und ein Meeting von Frauen zu besuchen, die Heimarbeit leisten und sich monatlich treffen, um über den Monat zu reflektieren.
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| Beim Hennen verteilen |
Da die meisten Menschen dieser Gemeinde wenig bis gar kein Englisch sprechen und wir mit unserem Malayalam noch nicht so weit sind, besuchten wir das alles mit unserer 23-jähringen Dolmetscherin, Camal. Sie beantwortete uns zudem geduldig unsere Fragen zur indischen Kultur die uns schon lange auf der Zunge brannten ;)
Unsere Dolmetscherin war so stolz darauf uns kennen zu lernen, dass sie beschloss, uns ihrer gesamten Familie im Dorf vorzustellen. Also lag ein langer Fussmarsch vor uns.
Wir besuchten ihre Oma, ihren Onkel der uns einlud um rohe Mangos mit Salz zu essen,(schmeckte wirklich gut )irgendwelche anderen Früchte zu probieren(waren wahnsinnig scharf) und um uns seine Tiere zu zeigen. :)
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| Das war ganz schoen sauer :D |
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| beim Mango essen :) |
Anschließend zeigte uns Camal wo und wie sie mit ihrer Familie wohnte.
Dort trafen wir auf ihre Eltern und ihre hochschwangere UND verheiratete (21-jährige) Schwester. Diese Familie überraschte uns sehr, da sie eine sehr offene und interessierte Einstellung zu anderen Kulturen hat und diese auch zum Teil „praktizieren“. Das konnten wir anhand des Essens (Maggi-Nudeln aus dem Pack und leckerem Kaffee), der Beziehung zueinander wie auch an der Erziehung der Kinder und am Umgang untereinander erkennen.
Diese Familie erinnerte mich mit ihrer herzlichen und liebevollen Art sehr an meine eigene wundervolle Familie :)
Nachdem wir dann wieder bei unserer Gastfamilie waren, gab es Abendessen. Anschließend freuten wir uns schon richtig auf die Dusche, denn die Gastfamilie hatte eine richtige Dusche ;)
Aber ich muss sagen dass Ich mich zu früh gefreut habe… denn das Wasser reichte gerade mal für Saras Dusche und eine halbe für mich;) Schade….
Der nächste Tag begann erstmal mit Ausschlafen ;) wir durften wirklich so lange schlafen wie wir wollten. Doch um halb acht waren wir hellwach und gingen frühstücken.
Nach dem Frühstück brachte uns ein Rikschafahrer zu Camal, die schon sehnsüchtig auf uns wartete.
Bevor wir uns aber dann gemeinsam auf den Weg zu einem Farmer machten, bekamen wir von ihrer Schwester noch ein indisches Make-up verpasst….
Auf dem Weg zu Dominik dem Farmer, machten wir einen Zwischenstop in einem Kindergarten. Dort schauten wir den Kleinen beim Tanzen und singen zu und bekamen auch noch ein Ständchen auf einer so genannten „Harmony“.
Endlich beim Farmer angekommen, zeigte er uns zuerst seine vielen Auszeichnungen für Gemüse und Obst und dann bekamen wir eine Kartoffelartige Knolle serviert mit einem extrem-scharfen Dip, der aber lecker war!!! :)
Um die Schärfe etwas zu stillen, gab’s eine Banana-to-go ;)
Nach einem langen Fußmarsch- mitten durch den Dschungel – kamen wir zu seinen Plantagen.
Wir lernten so einiges über sein Leben und seine Arbeit als Farmer. Dort erfuhren wir auch das er doch tatsächlich 32 verschiedene Bananensorten hatte - Ich dachte immer Banane sei Banane :) Doch falsch gedacht ;)
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| Ich musste zum Schluss noch meine Fuesse waschen weil ich vom Weg abkam :D |
Zum Mittagessen wurden wir bei Camals Familie eingeladen. Es gab leckere Nudeln mit Entenei und Salat dazu. Zum Nachtisch gab es eine frisch gepflügte Kokosnuss. :)
Wieder bei unserer Gastfamilie angekommen unterhielten wir uns ein wenig, Anusch spielte uns etwas auf ihrem Keyboard vor und dann setzen wir uns auf die Veranda und aßen Payasam. (Eine sehr süße indische Nachspeise)
Dort verbrachten wir den ganzen Abend und schauten Anusch und ihren zwei Cousins beim dekorieren ihres Gartens zu. Das war vielleicht ein Spaß und auch ab und zu eine ganz schön gefährliche Angelegenheit, da sie doch etwas leichtsinnig mit Elektrizität umgingen.
Als die „wunderschön-kitschig-indische“ Deko fertig war, warteten wir geduldig auf unsere ersten Carol Singers :) Um uns die Zeit bis dahin etwas zu versüßen sangen und tanzten wir gemeinsam mit der Familie. :)
Der letzte Tag in unserer Gastfamilie brach an und wir gingen mit ihnen zusammen zu einem NIDS-Programm ( Neyattinkara Integral Development Society). Dort führten Kindergartenkinder traditionelle Tänze auf und wie es dazu gehört, hielt jeder, der eine höhere Position hat, eine Rede…Da die Reden ziemlich lang dauerten hatten wir eine super Idee! Wir beschlossen mit unsere Dolmetscherin in die nahe gelegene Stadt zu gehen um ein bisschen zu bummeln ;) Wir genossen es richtig in die Läden zu gehen um uns dort ein bisschen umzusehen und das ein oder andere Asseccoire einzukaufen. :)
Doch wir müssen sagen, dass das indische Shoppingverhalten sich sehr vom Deutschen unterscheidet. Denn die Inder gehen gezielt einkaufen (auch Schmuck und Kleidung) da wird nicht lange gebummelt oder überlegt… Ganz im Gegensatz zu uns:)
Leider hatten wir nicht allzu lange Zeit- denn dann klingelte unser Telefon und wir mussten zurück gehen :(
Als wir zurück kamen, wartete das Mittagessen und ein kurzes Programm auf uns.
Danach holten wir unser Gepäck bei unserer Gastmutter, verabschiedeten und bedankten uns herzlich für die neuen Erfahrungen und Erlebnisse die wir machen durften!
Somit endete der Aufenthalt in einer indischen Familie!
Bis bald
Eure
Sarah
<3