Freitag, 24. Dezember 2010

Kochen in einer indischen Küche




Was für ein besonderer Tag… wir durften für die Schwestern kochen.
Kaum zu glauben, dass sie so viel Vertrauen in uns hatte und uns ihre Küche voll und ganz überließen  ;) Die Mutigen …


Der Kochtag fing natürlich mit dem Einkaufen der Lebensmittel an.
Wir wollten Spaghetti mit Tomatensoße zubereiten…
Bereits hier traten schon die ersten Probleme auf, denn in dem Supermarkt gab es keine Nudeln, nur irgendwelche Fertignudeln von Maggi… als Sara dann etwas tiefer in dem Regal herumstöberte, traf sie in der letzten Ecke auf „Maccaroni-Nudeln“! Perfekt!
Also kauften wir gleich mal ein paar Päckchen davon und eine Tomatensoße ;)
Gemüse hatten wir zum Glück schon im Kloster, also konnten wir wieder zurück fahren.


Zurück in der Küche stellte es sich heraus, dass die Utensilien die wir benötigten nicht unbedingt vorhanden waren ;) Aber egal- hier lernt man die Kunst des Überlebens… :)















Aber zum Schluss ist alles gut gelaufen.
Wir konnten den Schwestern Nudeln mit einer leckeren jedoch etwas scharfen Tomatensoße mit Gurkensalat und zum Nachtisch Kaiserschmarrn mit Ananasstücke servieren!!! 

Naja, etwas scharf ist vielleicht sogar etwas untertrieben… denn die Tomatensoße war sogar für manche Schwester im Kloster zu scharf : D
Ups… was so Chillipowder alles anrichten kann :)


Ich bin mal gespannt ob wir noch einmal kochen dürfen ;)

Bis bald
Eure
Sarah
 <3







Weihnachtsshoppingtag in Trivandrum

Da es auch hier in Indien den Brauch des Wichtelns gibt, (nicht mal hier bin ich davon verschont worden:) ) legten wir einen Shoppingtag ein um Weihnachtsgeschenke für unsere Christmasfriends zu kaufen ;)

Die Schwestern, eine Lehrerin und unsere Nachbarin begleiteten uns, da auch sie Geschenke für (arme) Kinder/Erwachsene  und für ihre Christmasfriends einkaufen wollten… Also machten wir uns zu siebt im eigenen Bus auf den Weg nach Trivandrum, der Hauptstadt von Kerala.


Es war kaum zu glauben, dass wir dafür einen eigenen kleinen Bus bekamen… doch schon im ersten Laden stellte es sich heraus, dass KEINER dazu fähig gewesen wäre, all diese Geschenke zu tragen ;) denn die Schwestern kauften für 70 Kinder und auch Erwachsene  Churidars, Hosen, Hemden, Saris… und dann kamen ja auch noch unsere Shoppingerträge dazu!



 

Wir hatten an diesem Tag genügend Zeit um ausgiebig zu shoppen.
Denn wir waren (nicht übertrieben!) sage und schreibe 13 Stunden unterwegs … davon kann man ca. 1 ½ Stunden Fahrt abziehen.
In dem ersten Laden verbrachten die Schwestern geschlagene 5 Stunden um die Kleidung zu kaufen… Das wurde sogar uns zu viel!!! Und das soll doch was heißen: D
Deswegen mussten wir Pausieren und schlugen unser Lager mitten im Laden auf dem Boden auf und schauten den anderen beim Shoppen zu.



Jetzt kann ich sogar mit den meisten Männern, vor allem mit meinem Papi  mitfühlen, die mit uns einkaufen gehen müssen ;)


 
Endlich war es dann soweit- wir verließen den Laden und fuhren mit der Rikscha zu einer Einkaufsstraße.
Auf dem Weg dorthin ging (leider) Sara´s  Schuh kaputt und sie musste einen kleinen Teil des Wegs mit nur einem Schuh bewältigen…
Die Arme… :)













Nachdem all die Weihnachtsgeschenke eingekauft waren, gingen wir noch auf den Gemüse- und Obstmarkt …



Die Tasche war irgendwann so voll das wir umpacken mussten :)




Damit kann ich diesen Tag zu meinem persönlichen Shopping-Rekord-Tag erklären :D

Bis bald
Eure
Sarah
 <3








Das Leben in einer indischen Familie hautnah




Unsere Gastfamilie bestand aus Alphonsa, ihrer 13-jährigen Tochter und der Oma. Der Vater arbeitet im Ausland, er kommt nur sehr selten nach Hause und die ältere Tochter studiert in Russland Medizin.
Nachdem wir mit einem Tee empfangen wurden, bezogen wir unser Zimmer, das leider ganz schön dreckig war…
Die nächsten zwei Nächte schlief ich auf einem hölzernen Bettgestell ohne Matratze und Sara auf einem viel zu kleinen Feldbett.

Das Programm des ersten Tages bestand daraus, beim verteilen der Hühner an Familien zu helfen (bzw. Ich half beim Hühner austeilen und Sara machte Fotos…denn diese Tiere sind nicht gerade ihre Freunde :D) und ein Meeting von Frauen zu besuchen, die Heimarbeit leisten und sich monatlich treffen, um über den Monat zu reflektieren.

Beim Hennen verteilen













Da die meisten Menschen dieser Gemeinde wenig bis gar kein Englisch sprechen und wir mit unserem Malayalam noch nicht so weit sind, besuchten wir das alles mit unserer 23-jähringen Dolmetscherin, Camal. Sie beantwortete uns zudem geduldig unsere Fragen zur indischen Kultur die uns schon lange auf der Zunge brannten ;)
Unsere Dolmetscherin war so stolz darauf uns kennen zu lernen, dass sie beschloss, uns ihrer gesamten Familie im Dorf vorzustellen. Also lag ein langer Fussmarsch vor uns.
Wir besuchten ihre Oma, ihren Onkel der uns einlud um rohe Mangos mit Salz zu essen,(schmeckte wirklich gut )irgendwelche anderen Früchte zu probieren(waren wahnsinnig scharf) und um uns seine Tiere zu zeigen. :)

Das war ganz schoen sauer :D

beim Mango essen :)















Anschließend zeigte uns Camal wo und wie sie mit ihrer Familie wohnte.
Dort trafen wir auf ihre Eltern und ihre hochschwangere UND verheiratete (21-jährige) Schwester. Diese Familie überraschte uns sehr, da sie eine sehr offene und interessierte Einstellung zu anderen Kulturen hat und diese auch zum Teil „praktizieren“. Das konnten wir anhand des Essens (Maggi-Nudeln aus dem Pack und leckerem Kaffee), der Beziehung zueinander wie auch an der Erziehung der Kinder und am Umgang untereinander erkennen.
Diese Familie erinnerte mich mit ihrer herzlichen und liebevollen Art sehr an meine eigene wundervolle Familie :)


Nachdem wir dann wieder bei unserer Gastfamilie waren, gab es Abendessen. Anschließend freuten wir uns schon richtig auf die Dusche, denn die Gastfamilie hatte eine richtige Dusche ;)
Aber ich muss sagen dass Ich mich zu früh gefreut habe… denn das Wasser reichte gerade mal für Saras Dusche und eine halbe für mich;) Schade….

Der nächste Tag begann erstmal mit Ausschlafen ;) wir durften wirklich so lange schlafen wie wir wollten. Doch um halb acht waren wir hellwach und gingen frühstücken.
Nach dem Frühstück brachte uns ein Rikschafahrer zu Camal, die schon sehnsüchtig auf uns wartete.
Bevor wir uns aber dann gemeinsam auf den Weg zu einem Farmer machten, bekamen wir von ihrer Schwester noch ein indisches Make-up verpasst….
















Auf dem Weg zu Dominik dem Farmer, machten wir einen Zwischenstop in einem Kindergarten. Dort schauten wir den Kleinen beim Tanzen und singen zu und bekamen auch noch ein Ständchen auf einer so genannten „Harmony“.


















 
Endlich beim Farmer angekommen, zeigte er uns zuerst seine vielen Auszeichnungen für Gemüse und Obst und dann bekamen wir eine Kartoffelartige Knolle serviert mit einem extrem-scharfen Dip, der aber lecker war!!! :)
Um die Schärfe etwas zu stillen, gab’s eine Banana-to-go ;)
Nach einem langen Fußmarsch- mitten durch den Dschungel – kamen wir zu seinen Plantagen.











































 
Wir lernten so einiges über sein Leben und seine Arbeit als Farmer. Dort erfuhren wir auch das er doch tatsächlich 32 verschiedene Bananensorten hatte - Ich dachte immer Banane sei Banane :) Doch falsch gedacht ;)

Ich  musste zum Schluss noch meine Fuesse waschen weil ich vom Weg abkam :D


Zum Mittagessen wurden wir bei Camals Familie eingeladen. Es gab leckere Nudeln mit Entenei und Salat dazu. Zum Nachtisch gab es eine frisch gepflügte Kokosnuss. :)
















Wieder bei unserer Gastfamilie angekommen unterhielten wir uns ein wenig, Anusch spielte uns etwas auf ihrem Keyboard vor und dann setzen wir uns auf die Veranda und aßen Payasam. (Eine sehr süße indische Nachspeise)
Dort verbrachten wir den ganzen Abend und schauten Anusch und ihren zwei Cousins beim dekorieren ihres Gartens zu. Das war vielleicht ein Spaß und auch ab und zu eine ganz schön gefährliche Angelegenheit, da sie doch etwas leichtsinnig mit Elektrizität umgingen.

Als die „wunderschön-kitschig-indische“ Deko fertig war, warteten wir geduldig auf unsere ersten Carol Singers :) Um uns die Zeit bis dahin etwas zu versüßen sangen und tanzten wir gemeinsam mit der Familie. :)



Der letzte Tag in unserer Gastfamilie brach an und wir gingen mit ihnen zusammen zu einem NIDS-Programm ( Neyattinkara Integral Development Society). Dort führten Kindergartenkinder traditionelle Tänze auf und wie es dazu gehört, hielt jeder, der eine höhere Position hat, eine Rede…Da die Reden ziemlich lang dauerten hatten wir eine super Idee! Wir beschlossen mit unsere Dolmetscherin in die nahe gelegene Stadt zu gehen um ein bisschen zu bummeln ;) Wir genossen es richtig in die Läden zu gehen um uns dort ein bisschen umzusehen und das ein oder andere Asseccoire einzukaufen. :)
Doch wir müssen sagen, dass das indische Shoppingverhalten sich sehr vom Deutschen unterscheidet. Denn die Inder gehen gezielt einkaufen (auch Schmuck und Kleidung) da wird nicht lange gebummelt oder überlegt… Ganz im Gegensatz zu uns:)
Leider hatten wir nicht allzu lange Zeit- denn dann klingelte unser Telefon und wir mussten zurück gehen :(
Als wir zurück kamen, wartete das Mittagessen und ein kurzes Programm auf uns.
Danach holten wir unser Gepäck bei unserer Gastmutter, verabschiedeten und bedankten uns herzlich für die neuen Erfahrungen und Erlebnisse die wir machen durften!
Somit endete der Aufenthalt in einer indischen Familie!

Bis bald
Eure
Sarah
 <3



Dienstag, 21. Dezember 2010

Ein fast normaler Tag in Indien




Dieser Tag begann wie alle anderen Wochentage. Wir frühstückten zuerst und machten uns dann fertig für die Arbeit. In der Schule angekommen, bereiteten wir uns auf den Unterricht vor. Aber dann hieß es auf einmal: Ihr könnt frei haben um mit Sr. Sharone nach Kattakada einkaufen zu gehen… Das musste man uns nicht noch einmal sagen :) Klar sind wir bei so etwas dabei! Es hätte auch keinen besseren Zeitpunkt dafür gegeben, denn wir hatten so einiges zu erledigen- nur noch keine Zeit dafür gefunden!

Also gings hoch ins Convent um unsere Sachen einzupacken dir wir unbedingt erledigen mussten. Kurz darauf stand auch schon unser Rikschafahrer da (zu unserem Glück, denn es schüttete mal wieder wie aus Eimern) der uns von Shop zu Shop fuhr. Den ersten Stopp machten wir bei einem indischen Postoffice. Als wir das Postoffice betraten schoss uns beide der gleiche Gedanke in den Kopf: Kein Wunder das bei diesem Chaos der ein oder andere Brief verschwindet! Und als wir dann noch die Postboten sahen, wurde unser Gedanke bestätigt. Denn sie stopften die Briefe in Jutesäcke und sie sahen dabei aus als hätten sie von dem was sie machen keine Ahnung ;)

Weiter ging es dann zum Supermarkt. Dort besorgten wir dann unsere nötigsten Dinge wie z.B. Instant- Kaffee (LEBENSNOTWENDIG), Waschmittel, Kleiderbürste, und vieles, vieles mehr ;)
Als wir diese Sachen erledigt hatten fuhren wir noch zur Bank um Geld vom Geldautomaten zu holen… Aber wie so oft, gab es keinen Strom und somit auch kein Geld! Zur Entschädigung wurden wir vom Bankdirektor zu einem Plausch eingeladen ;)

Als wir zurück kamen, traf uns erst einmal der Schlag, denn eigentlich wäre laut der Schwestern heute ein Fastentag. Aber auf unserem Tisch war ein richtiges Festmahl angerichtet. Vorspeise – Hauptspeise – Nachtisch – und dieser hatte es wirklich in sich ;)
Wir schauten uns an und konnten es nicht glauben… Schmeckte der Nachtisch wirklich nach Alkohol??? Im Kloster???
Dann kam die Köchin aus der Küche, die uns das bestätigte.
Das indische Tiramisu wurde tatsächlich mit einigen Tropfen Wein garniert. Doch uns kam es wirklich so vor, als hätte sie eine Flasche Wein für unsere zwei Dessertschalen verwendet…:)
Ihr könnt euch also vorstellen, dass dieser restliche Tag für alle sehr heiter und beschwingt war… Selbst der Gottesdienst am Abend wurde von unseren und den Lachanfällen der Schwestern nicht verschont. Aber den Pfarrer schien es nicht zu stören, er lachte einfach mit und lies sich den Auslöser für unser Verhalten danach erklären.
Soviel zum Thema Alkohol in Indien ;)

Bis bald

Eure Sarah
♥

Im indischen Fernsehen ;)




Wir bekamen von Monsignore VIP Karten fürs „Super Trupe“ Finale geschenkt. Dies ist eine Castingshow, die man mit Deutschland sucht den Superstar vergleichen kann…
Bevor wir abgeholt wurden, beschlossen wir, uns das erste Mal nach fast zwei Monaten zu schminken ;) Also legten wir ein bisschen Wimperntusche auf und zogen unsere schönsten Churidars an.
Wie es für Indien so typisch ist, hatten wir natürlich noch Zeit für einen Tee, denn: Tee geht immer ;).
In Trivandrum im Studio angekommen, durften wir uns einen Platz aussuchen. Da wir dieses Mal nicht zu spät waren, hatten wir zwei Stunden Zeit um uns das Studio genau anzusehen. Unsere „Driver“ machten sich  auf den Weg ins Reisebüro um unsere Inlandsflüge zu buchen. Wir hatten dabei schon ein ganz mulmiges Gefühl. denn die zwei sprechen und verstehen so gut wie kein Englisch… und wie es eigentlich nicht anders kommen konnte, klingelte kurze Zeit später mein  Telefon. Ich musste dann mal kurz unsere Flüge im Studio per Telefon buchen. Ich bin  gespannt ob alles klappt ;)

Endlich war es dann soweit, die große Show konnte beginnen. Da wir in Trivandrum waren und so gut wie alle um uns herum Fans von „Voice of India“ (die Favoriten-Gruppe der Show) waren, gewannen sie auch uns als Fans. Die Show verlief typisch indisch-chaotisch, aber total amüsant! Wenn eine Gruppe Stimmung machte, wurde das männliche Publikum von den Sitzen gerissen. Sie fingen an, wie wild mitzugröhlen, zu klatschen und unbeschreiblich ihren Körper zum Rhythmus zu bewegen ;)
Es war unheimlich amüsant, ihnen bei diesem uns noch unbekannten Tanzstil zuzusehen.
Die restliche Show verlief weiter heiter ;) und bereitete uns viel Freude.

Als Voice of India ihren Auftritt beendet hatte, und Sara auf Grund ihrer Sehschwäche, die Gesichter der Sänger nie erkennen konnte trat sie in ein ganz schönes Fettnäpfchen.
Die Sängerin kam und setzte sich auf den eigentlich schon besetzten Platz für unseren Fahrer und Sara sagte ohne mit der Wimper zu zucken: „Sorry, this seat is already taken!“
Ich musste echt lachen und denken was hätten die anderen aus dem Publikum gegeben, um einen Platz neben ihr zu bekommen :)
Typisch mein kleiner Maulwurf :D

Die Sänger der vier verschiedenen Gruppen waren von sehr gut bis (nett ausgedrückt) nicht so gut… Zu unserer Überraschung gewannen die nicht so guten, bei denen auch keine Stimmung aufkam. Wir tippten auf Bestechung ;)

Unsere Favoriten-Gruppe wurde auf den zweiten Platz gewählt.

Eine Woche später wurde die Show an zwei Tagen ausgestrahlt. Leider schauten wir nur an einem Tag die Show an und somit erfuhren wir nie, ob wir im indischen Fernsehen waren :)


Bis bald
Eure Sarah
♥


I´m a barbie girl…




Es war ein Nachmittag, den wir mit Monsignore verbringen durften. Wir machten Hausbesuche und abends wartete noch ein Meeting auf uns, bei dem er als Ehrengast eingeladen wurde. Naja- wir wussten aber nicht, dass wir auch zu den Ehrengästen zählten und somit einen Platz „on the stage“ hatten.
Eigentlich waren wir fix und alle da wir nachts nicht richtig schliefen wegen dem vielen Regen und den ganzen Morgen beim Arbeiten waren. Doch das interessierte irgendwie niemand ;)wir mussten trotzdem den Ehrenplatz einnehmen, bei dem uns JEDER die ganzen drei Stunden beobachten konnte.
Wir kämpften wirklich tapfer gegen unsere Müdigkeit und zwischendurch aufkommenden Lachanfälle, da uns bewusst war, dass wir ein eye-catcher waren und noch immer sind ;)
Nachdem wir von der Müdigkeit erneut befallen wurden, riss uns der letzte Programmpunkt vom Hocker und wir wurden wieder hellwach!
Es ertönte in überdimensionaler Lautstärke das Lied „I`m a barbie girl“ von Aqua aus den Lautsprechern und die Kinder machten dazu einen Hip-Hop tanz und das Publikum gröllte, klatschte und jubelte lautstark mit :D
Unglaublich aber wahr: Dieses Lied ist auch noch nach zehn (oder sogar mehr) Jahren ein absoluter Hit in Indien ;))

Bis bald
Eure Sarah
♥

Dienstag, 23. November 2010

Der Trip nach Kannur & Calicut (12.11.10 - 16.11.10)



Nach dem die Taschen gepackt waren, gings mit dem Bus, der mal wieder ne dreiviertel Stunde Verspätung hatte, nach Trivandrum an den Bahnhof. Dort angekommen, warteten Sara, unsere Oberschwester, ich und unser Gepäck weitere zwei Stunden auf die Weiterreise.

Um 19.30 Uhr stiegen wir dann endlich in den Zug der uns nach Kannur bracht. Nachdem uns unsere Schwestern im Schlafabteil des Zugs mit samt unserem Gepäck verstaut hatten, zogen wir den Vorhang zu und reservierten eigenhändig eine 6-er Schlafkabine für uns alleine. Danach packten wir das „leckere“ Abendessen in unserer „Luxuskabine“ aus und verspeisten unser Mahl.
Doch leider hielt das Glück nicht lange, denn dann kam auch schon der Schaffner und wies uns eine 2-er Kabine zu…die sehr, sehr, sehr eng war!
 









Anfangs war es noch etwas unheimlich in diesem Abteil, weil fast nur Männer drin waren. Deswegen quetschten Sara und ich uns auf eine Liege…aber nicht lange- denn uns fiel auf, dass wir unser Gepäck schlecht draußen auf dem Gang stehen lassen konnten. Also hieß es Abschied nehmen. Doch da stellte sich das nächste Problem: wie sollte Sara in die obere Kabine kommen??? Also beobachteten wir noch kurz einige Inder wie sie sehr elegant in die obere Kabine gelangten und Sara war klar, dass sie so auf gar keinen Fall da hoch komme. Zum Glück entdeckte ich dann hinter dem Vorhang eine „Leiter“. Problem gelöst ;)
Jeder richtete sich nun sein eigenes Nachtlager ein und versuchte wenigstens für ein paar Stunden zu schlafen. Was außer einer kurzen Unterbrechung mitten in der Nacht auch ganz gut gelang.

Um fünf Uhr morgens klingelte dann der Wecker und da wir ja nicht wussten wo wir uns befanden, packten wir schnell alles zusammen und stellten uns an die Zugtür, die ich während der Fahrt öffnen musste, damit wir sehen wo wir aussteigen müssen.
Nach weiteren 40 Minuten erreichten wir den Bahnhof in Kannur.
Als wir aus dem Zug ausstiegen und Richtung Taxi liefen, sahen wir viele schlafende Menschen die am Boden lagen und auf ihren Zug warteten.
Noch bevor die Sonne aufging erreichten wir dann das „Mutterkloster“ unseres Klosters, welches echt riesig war.
Wir wurden herzlich begrüßt und auf unser Zimmer geführt… Wir schauten uns im Zimmer um und ich sage euch es war nicht gerade sauber, aber für eine Nacht würde es schon gehen :)


Dann wurde der Vorhang wurde auf die Seite gezogen und ich sah DAS MEER, somit war der ganze Dreck vergessen.:) Unglaublich- ein Zimmerchen direkt mit Meerblick.
Mir war zwar klar, dass Kannur am Meer liegt, aber dass das Kloster direkt am Meer liegt, war mir nicht klar :D
Sara und ich stiegen sofort aufs Dach und schauten in die Weiten des Meeres und sahen den ersten Sonnenaufgang…






Nach dem Frühstück verbrachten wir eigentlich den ganzen Tag am Meer. Wir saßen an den Klippen, ließen die Seele baumeln, beobachteten die kleine Fischerboote, aßen Kokosnüsse und genossen die warmen Sonnenstrahlen.






Nach der „Tea-time“ versuchten wir erneut unser Glück: Sollten wir es heute endlich schaffen, den Sonnenuntergang am Meer zu sehen???


Nachdem uns dann zwei Schwestern zum Strand brachten, uns auf die Gefahren des Meers hinwiesen und sich zum 100. Mal versicherten, dass wir keine Angst hatten alleine zu bleiben, gingen sie zurück.







Juhuuu, alleine am Strand!!!


Da wir es nun gewöhnt sind, nicht mit Badekleidung ins Meer springen zu können, liefen wir einfach bis zu den Knien mit unseren Kleidern rein. Nachdem wir uns genügend abgekühlt hatten, schlenderten wir am Strand entlang und sammelten Muscheln… ;)


Um auf den Sonnenuntergang zurück zu kommen: es war mal wieder zu wolkig, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf hier einmal in sechs Monaten einen Sonnenuntergang am Meer zu sehen.


Wieder zurück im Kloster aßen wir mit 100 Schwestern zu Abend…
Danach war auch schon Schlafenszeit angesagt…



Am nächsten Tag saßen wir gleich wieder nach dem Frühstück an unserem Lieblingsplatz am Meer. Wir genossen zum letzten Mal den wunderschönen Ausblick und entspannten ein bisschen…















Mittags besuchten wir eine Kirche. Auf dem Weg dorthin lernten wir die reichere Seite von Kerala in Form von RIESIGEN HÄUSERN und gepflegten und sauberen Gärten kennen. Die Häuser waren/sind sogar für unsere Deutschen Verhältnisse groß.

Zum Abschied gab es dann noch mal eine frische Kokosnuss und Kokosnussmilch (das hat mich gleich an Spanien erinnert ;)) und von der Oberschwester eine Einladung nach Rom, wie auch nach Afrika und Brasilien auf die ich gerne zurückkommen werde ;)

Wir stiegen mit Sr. Caroline und ihrer echten Schwester, Dr. Sr. Fernanda in das Taxi welches uns zum Bahnhof fuhr. Dort wartete eine zwei- stündige Zugfahrt nach Calicut auf uns….


Calicut, ein unvergesslicher Aufenthalt

Wir kamen bei Dunkelheit in Calicut an. Dort fuhren wir mit einem Chauffer des Krankenhauses (Dr. Sr. Fernanda ist dort ein sehr hohes Tier ;) ) durch die Stadt, die wunderbar geschmückt war und uns in ein buntes Lichtermeer eintauchen lies.
Etwas außerhalb der Stadt wartete direkt neben dem Krankenhaus unsere Unterkunft auf uns.
Und ich muss sagen: es war eine Luxusunterkunft. Das Gebäude wurde erst im August 2010 fertiggestellt und so sah es dort auch aus. Es war sauber, es bröckelte kein Putz von den Wänden, der Boden war blitze blank sauber und wir hatten sogar einen geschlossenen Kleiderschrank. Das Highlight dieses Zimmers verbarg sich aber hinter einer Tür- das Badezimmer mit WARMEN Wasser. Wir konnten zum ersten Mal seit knapp zwei Monaten mit warmem Wasser uns duschen…einfach göttlich!!!
Nach dem Abendessen verkrochen wir uns ins Bett, in dem wir zum ersten Mal außerhalb richtig gut geschlafen haben. (Es lag wohl daran, dass wir keine Angst haben mussten, von Kakerlaken, Geckos, Moskitos und anderem Ungeziefer angegriffen zu werden.)

Am nächsten Morgen, nach dem wir großzügiger Weise bis um halb acht AUSSCHLAFEN durften (?), gabs ein wahnsinnig leckeres Frühstück mit viel Obst und göttlichem Kaffee!!!
Nach dieser Stärkung trafen wir auf den frisch- Fischlieferanten und dann gings dann auf Entdeckungsreise.


 
Wir holten Dr. Sr. Fernanda von ihrer Unterkunft, die von MISEREOR Deutschland gestiftet wurde, ab um mit ihr das Krankenhaus zu besichtigen.
 




Los gings mit dem Gebäude, in dem die Krankenschwestern und Pfleger ausgebildet wurden.







 Anschließend brachte sie uns zur Gynäkologischen Station. Dort lernten wir kurz die Schwestern kennen, liefen durch verschiedene Räume und Gänge bis wir schließlich vor dem Kreissaal standen. Dort wurden wir dann gefragt, ob wir bei einer Geburt dabei sein wollen- doch ehe wir antworten konnten, standen wir mitten im Kreissaal. Dort standen mehrere, hmm, wie soll ich das jetzt nennen… es waren keine Betten, es waren keine Liegen… ich nenn es jetzt einfach mal Platten mit dünnen Metallfüßen dran, die mit einem Vorhang voneinander getrennt wurden. Auf dem ersten Bett lag eine schwangere Frau, die eine Infusion bekam und wohl auf die Geburt ihres Kindes wartete- während neben ihr die andere Frau mitten bei der Geburt war…nach drei oder vier kurzen, nicht lauten Schreien hielt auch schon die Krankenschwester das Kind am Fuß und durchtrennte die Nabelschnur. Danach brachte sie das Baby in ein Bettchen, welches unter einer Art Wärmelampe stand und wusch das Blut weg. Das Baby verkündete lautstark durch seine Schreie, dass es nun auch das Tageslicht erblickt hat!
Man kann einfach nicht die richtigen Worte für so ein Wunder finden, um es nur annähernd so beschreiben zu können, wie man es erlebt hat!!! Es war ein unbeschreibliches und atemberaubendes Erlebnis.
Danach jagte ein Erlebnis das Nächste.
Wir sahen ein drei Tage altes- und ein ein Tag altes Baby, waren bei der täglichen Visite auf einer anderen Station dabei, besuchten ein Heim für geistig- und körperbehinderte Männer, waren kurz bei der Sprechstunde von Dr. Sr. Fernanda und erlebten drei Ultraschall- Untersuchungen bei Müttern, die jünger waren wie wir!
Es war so toll die kleinen Finger zu sehen, wie es den Mund öffnete oder den Herzschlag zu hören, ich war echt überwältigt :)




Krankenwaagen





Krankenzimmer




Der Krankenhausflur Blog B




 Das neue Krankenhausgebauede









Nachdem wir all diese Erlebnisse beim Mittagessen noch einmal Revue passieren ließen, gings schon wieder weiter im Programm. Wir machten uns fertig für die Stadt, in der wir Postkarten kaufen wollten…
Richtig gelesen: WOLLTEN. Denn es scheint hier im Süden Indiens absolut keine Postkarten zu geben- aber wir geben noch nicht auf… vielleicht findet sich ja mal ein Laden, der Postkarten führt.
Nach diesem erfolgreichem Shoppingergebnis fing es auch noch an, wie aus Eimern zu schütten…doch nicht genug- der Bus war auch noch mehr als überfüllt und an jeder Bushaltestelle stiegen immer neue Leute hinzu- ganz nach dem Motto: Einer geht noch ;)
Während der ganzen Fahrt überlegten wir uns einen Fluchtplan, wie wir aus diesem Gedränge wohl wieder rauskommen würden- uns fielen die absurdesten Dinge ein…doch zum Schluss mussten wir den Plan „Augen zu und durch“ nehmen.

Taschen gepackt, uns verabschiedet und dann gings auch schon wieder im Nachtzug zurück nach Hause in einem Abteil voller Männer…


-So Ende für heute-





Bis bald ♥
Eure Sarah