Nach dem die Taschen gepackt waren, gings mit dem Bus, der mal wieder ne dreiviertel Stunde Verspätung hatte, nach Trivandrum an den Bahnhof. Dort angekommen, warteten Sara, unsere Oberschwester, ich und unser Gepäck weitere zwei Stunden auf die Weiterreise.
Um 19.30 Uhr stiegen wir dann endlich in den Zug der uns nach Kannur bracht. Nachdem uns unsere Schwestern im Schlafabteil des Zugs mit samt unserem Gepäck verstaut hatten, zogen wir den Vorhang zu und reservierten eigenhändig eine 6-er Schlafkabine für uns alleine. Danach packten wir das „leckere“ Abendessen in unserer „Luxuskabine“ aus und verspeisten unser Mahl.
Doch leider hielt das Glück nicht lange, denn dann kam auch schon der Schaffner und wies uns eine 2-er Kabine zu…die sehr, sehr, sehr eng war!
Anfangs war es noch etwas unheimlich in diesem Abteil, weil fast nur Männer drin waren. Deswegen quetschten Sara und ich uns auf eine Liege…aber nicht lange- denn uns fiel auf, dass wir unser Gepäck schlecht draußen auf dem Gang stehen lassen konnten. Also hieß es Abschied nehmen. Doch da stellte sich das nächste Problem: wie sollte Sara in die obere Kabine kommen??? Also beobachteten wir noch kurz einige Inder wie sie sehr elegant in die obere Kabine gelangten und Sara war klar, dass sie so auf gar keinen Fall da hoch komme. Zum Glück entdeckte ich dann hinter dem Vorhang eine „Leiter“. Problem gelöst ;)
Jeder richtete sich nun sein eigenes Nachtlager ein und versuchte wenigstens für ein paar Stunden zu schlafen. Was außer einer kurzen Unterbrechung mitten in der Nacht auch ganz gut gelang.
Um fünf Uhr morgens klingelte dann der Wecker und da wir ja nicht wussten wo wir uns befanden, packten wir schnell alles zusammen und stellten uns an die Zugtür, die ich während der Fahrt öffnen musste, damit wir sehen wo wir aussteigen müssen.
Nach weiteren 40 Minuten erreichten wir den Bahnhof in Kannur.
Als wir aus dem Zug ausstiegen und Richtung Taxi liefen, sahen wir viele schlafende Menschen die am Boden lagen und auf ihren Zug warteten.
Noch bevor die Sonne aufging erreichten wir dann das „Mutterkloster“ unseres Klosters, welches echt riesig war.
Wir wurden herzlich begrüßt und auf unser Zimmer geführt… Wir schauten uns im Zimmer um und ich sage euch es war nicht gerade sauber, aber für eine Nacht würde es schon gehen :)
Dann wurde der Vorhang wurde auf die Seite gezogen und ich sah DAS MEER, somit war der ganze Dreck vergessen.:) Unglaublich- ein Zimmerchen direkt mit Meerblick.Mir war zwar klar, dass Kannur am Meer liegt, aber dass das Kloster direkt am Meer liegt, war mir nicht klar :D
Sara und ich stiegen sofort aufs Dach und schauten in die Weiten des Meeres und sahen den ersten Sonnenaufgang…
Nach dem Frühstück verbrachten wir eigentlich den ganzen Tag am Meer. Wir saßen an den Klippen, ließen die Seele baumeln, beobachteten die kleine Fischerboote, aßen Kokosnüsse und genossen die warmen Sonnenstrahlen.
Nach der „Tea-time“ versuchten wir erneut unser Glück: Sollten wir es heute endlich schaffen, den Sonnenuntergang am Meer zu sehen???
Nachdem uns dann zwei Schwestern zum Strand brachten, uns auf die Gefahren des Meers hinwiesen und sich zum 100. Mal versicherten, dass wir keine Angst hatten alleine zu bleiben, gingen sie zurück.
Juhuuu, alleine am Strand!!!
Da wir es nun gewöhnt sind, nicht mit Badekleidung ins Meer springen zu können, liefen wir einfach bis zu den Knien mit unseren Kleidern rein. Nachdem wir uns genügend abgekühlt hatten, schlenderten wir am Strand entlang und sammelten Muscheln… ;)
Um auf den Sonnenuntergang zurück zu kommen: es war mal wieder zu wolkig, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf hier einmal in sechs Monaten einen Sonnenuntergang am Meer zu sehen.
Wieder zurück im Kloster aßen wir mit 100 Schwestern zu Abend…
Danach war auch schon Schlafenszeit angesagt…
Am nächsten Tag saßen wir gleich wieder nach dem Frühstück an unserem Lieblingsplatz am Meer. Wir genossen zum letzten Mal den wunderschönen Ausblick und entspannten ein bisschen…
Mittags besuchten wir eine Kirche. Auf dem Weg dorthin lernten wir die reichere Seite von Kerala in Form von RIESIGEN HÄUSERN und gepflegten und sauberen Gärten kennen. Die Häuser waren/sind sogar für unsere Deutschen Verhältnisse groß.
Zum Abschied gab es dann noch mal eine frische Kokosnuss und Kokosnussmilch (das hat mich gleich an Spanien erinnert ;)) und von der Oberschwester eine Einladung nach Rom, wie auch nach Afrika und Brasilien auf die ich gerne zurückkommen werde ;)
Wir stiegen mit Sr. Caroline und ihrer echten Schwester, Dr. Sr. Fernanda in das Taxi welches uns zum Bahnhof fuhr. Dort wartete eine zwei- stündige Zugfahrt nach Calicut auf uns….

























































