Dienstag, 2. November 2010

Der erste Monat :)


„Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen.
Zwischen Freude und Unwissenheit,
zwischen Loslassen und Festhalten
siegen am Ende das Vertrauen und
die Lust auf Veränderung.“


Das warten hat nun ein Ende… :)

…..pünktlich zu meinem einmonatigen hier in Indien kommt nun

auch mein erster Blogeintrag.
Ich fange mal von meinen ersten Eindrücken von Indien an, diese waren von oben vom Flugzeug aus. Ich sah die Sonne aufgehen und zeitgleich auch die ersten kleinen Fischerboote aufs Meer hinausfahren. Die Palmen, der Strand und auch die indischen Tempel wurden von der Morgenröte in ein magisches Licht getaucht. Es war atemberaubend und Liebe auf den ersten Blick für dieses Land:)
Doch die Magie hielt nicht lange an, da wir nun zur Landung ansetzten und bei der Passkontrolle und bei der Gepäckausgabe es nur noch so von Indern wimmelte und alles hektisch und schnell zuging.
 Als Sara und ich endlich auch unser Gepäck hatten gingen wir nach draußen und dort starrten uns gefühlte 1000 Inderaugen an. Ich dachte mir nur: Wie sollen wir hier den richtigen Inder finden, der uns ins Bischofshaus bringt. Doch kaum hatte ich meine bedenken ausgesprochen fragte jemand: „ Hallo seid ihr die zwei Mädels aus Deutschland?“. Das war Markus, aus Deutschland, der in Kerala ( das Bundesland wo ich nun zu Hause bin ) sein FSJ absolviert.
Das Gepäck wurde in einem geräumigen Jeep verstaut und dann ging es los. Die erste Fahrt auf Indiens Straßen und ich kann euch sagen: das ist ein Spaß:).
(Eigentlich fährt man in Indien links doch hier wird so oft überholt das man, wenn man nicht ein Rollerfahrer oder ein Rikschafahrer ist, eh fast immer rechts fährt. Die Straßen sind hier auch normal ein bzw. zweispurig doch das stört die wenigsten, denn vier Autos passen ja locker nebeneinander. :)  )
Am Bischofshaus angekommen gab es erst mal ein üppiges Frühstück. Es gab Reis, Ei, gekochte Bananen, ne grüne Soße und Tee dazu. (Hier isst man dreimal am Tag warm).
So waren wir gestärkt für die weiterfahrt zu unserem neuen zu Hause für ein halbes Jahr.
Es ging über holprige Straßen, vorbei an vielen kleinen/großen Häusern, an armen/reichen Dörfern und an vielen Palmen und Plantage,  hinauf zum Convent. Dort wurden wir von den Schwestern und Inder- Kinder herzlich in Empfang genommen.

Nun stell ich euch mein neues zu Hause mal genauer vor.
Das Convent ist außen helllila mit rosa Fensterläden und Säulen.Iinnen ist alles in mint- und pfefferminzgrün gehalten. (Irgendwie hatte ich mir ein Kloster viel trister vorgestellt:). Aber ich finds toll:)).
Das Kloster befindet sich in Südindien im Staat Kerala. Das Dorf heißt Kallamam und ist eher ein armes Dorf.
Zu meinem Zimmer, das sich nicht in einem Nebenhaus befindet sondern mitten im Kloster. (Mädels war wohl nix mit nem Schild:)) Also Sara und ich haben ein Zimmer zusammen in dem zwei Betten stehen, ein Schreibtisch und ein offener Kleiderschrank. Das Highlight dieses Zimmers ist jedoch unser Badezimmer das aus einem Klo, einem Waschbecken und zwei Eimern besteht, ja ihr habt schon richtig gelesen :) , es gibt hier keine Duschen sondern jeder von uns hat einen großen und einen kleinen Eimer und dort wird jeden Abend dann feste „geeimert“, mit kaltem Wasser versteht sich :).
Aber ich sag euch man gewöhnt sich dran, wie auch an das Waschen von Kleidern mit der Hand, was eigentlich echt Spaß macht weil man mit unserer Waschtechnik danach von oben bis unten total nass ist. :)
Da das Haus ja für zwei Leute viel zu groß ist und ein Kloster ohne Schwestern kein richtiges wäre stelle ich euch jetzt mal meinen neuen Mitbewohner vor. Es leben hier fünf Schwester im Alter von 26- 63 Jahren zusammen.  Dann noch Sali das „Hausmädchen“ das hier kocht, putzt und schaut das alles in Ordnung ist, sie ist 25 Jahre. Wir haben hier viel Spaß mit den Schwestern und lachen viel.
Als Haustiere haben wir noch einen Hund, der mir mit seinem Gebelle so langsam auf die Nerven geht, vier Hühner über die ich mich nach jedem fleischhaltigen Essen freue das sie noch im Garten spazieren und zu guter letzt noch viele kleine Paliiis (Geckos).

Gegenüber dem Convent befindet sich eine Englische Schule in der Sara und ich Kinder von drei bis vierzehn Jahren in Englisch unterrichten, ja so schnell wird man zur Lehrerin. :) 
Die Kinder und Kollegen sind hier super nett und es macht Spaß hier zu unterrichten.
 Am Anfang war es schwierig die Kinder wie auch die Erwachsene zu verstehen da sie hier in Indien ihr ganz eigenes Englisch haben, aber mittlerweile hab ich den Dreh raus :)
Hier werden auch schon die drei- bis sechsjährigen in denselben Fächern wie die großen unterrichtet. Der einzige unterschied ist das die kleinen Zwischendurch Pause haben und mittags eine halbe Stunde Playtime.
 Der Unterricht läuft  bei allen gleich ab, der Lehrer spricht vor, alle Kinder stehen auf und wiederholen dies, das geht bestimmt 10 min so. Danach wird alles niedergeschrieben und Einzelne werden befragt.
Wenn die einzelnen die Antwort dann nicht wissen, bekommen die Kinder, je nach Geduld des  Lehrers und  Beliebtheit des Kindes, mit dem Stock eins auf die Finger….
Ich wusste ja, dass in Indien Kinder noch geschlagen werden, aber als ich es dann zum ersten Mal sah war ich einfach sprachlos und schwor mir ich werden den Stab nie nie nie gebrauchen. Ich überlege auch die ganze Zeit wie man das den Kolleginnen näher bringen kann, ohne ihnen dabei zu nahe zu treten, dass es keine Lösung ist die Kinder so zu bestrafen. Doch bis weil ist mir noch nichts eingefallen, da sie es in ihrer Ausbildung auch nicht anders gezeigt bekommen haben.
Dies ist für mich die absolut schwarze Seite des sonst so freundlichen und herzlichen Indiens…

Da es schwierig ist das alles zu beschreiben lass ich mal Bilder zu meiner Arbeit sprechen:






            Die 3-jährigen









 
Die 4 jährigen während des Unterrichts.









               




Mittagspause der Kleinen im „Pausenraum“.










Tanzstunde der ganz Kleinen, sind sie nicht süß? :) 








                                                          




 Die Jungs











                                                                                              



  Madam Sääära :)  








Das Lehrerzimmer….
                                                                  













Genug von der Arbeit jetzt zur Freizeitgestaltung und zu den Ausflügen der vergangenen vier Wochen :)
Ich war keine 24 Stunden in Indien ging es schon los zum Einkaufen, denn wir brauchten dringend neue Kleider, da die Kleidung aus Deutschland für hier viel zu warm ist und uns eh schon alle anstarrten, wollten wir wenigstens die einheimische Kleidung tragen. Also schnappten wir uns Sister Susanna, von uns auch liebevoll Susi oder Willi genannt, da sie einwenig wie Willi von Biene Maja aussieht :) und fuhren mit der Rikscha in die Stadt Kattakada.
Es war toll mit der Rikscha so an den Palme, Menschen, Häusern und verschieden Shops vorbei zuflitzen. Die Rikscha ist mein absolut liebstes Fortbewegungsmittel in Indien, denn wenn man mit der Rikscha unterwegs ist, ist man trotzdem nah bei den Menschen und sieht sehr viel.

Dort angekommen wurden uns erst einmal Churidars in allen Formen, Farben und Materialien ausgepackt und präsentiert.
Wir schauten uns vielen an und es viel uns wirklich schwer uns zu entscheiden, da uns bei einem die Farbe, bei dem anderen das Material nicht gefiel.
Doch viele Churidars später liefen Sara mit einem orangen und ich mit einem türkiseny Churidar überglücklich aus dem Geschäft.
Da einer ja für ein halbes Jahr nicht genug war, gingen wir ein paar Wochen später, mit Susi und Mother Caroline nach Trivandrum um noch mehr zu kaufen :)  *FREUDE FREUDE*.
Trivandrum hieß aber auch 1,5- 2 Stunden mit dem Bus zu fahren. Ohaaa, denn Bus fahren ist nicht wie in Deutschland sondern eher wie Achterbahn fahren und das egal bei welchem Wetter immer Vollgas. Die Busse sind auch so was von probevoll das manche auf den Stufen des Busses mitfahren.
In Trivandrum angekommen ging es zum Churidar kaufen, zum Sari kaufen, zum ersten Mal außerhalb Essen (mit den Händen), zum Schuhe kaufen, zum Handtasche kaufen, zum Bonbons kaufen ( unser Kaffeeersatz:)) und zum Rikscha fahren. Ein toller Tag :)

  




Ganz schön viel los…  













 Beim Essen mit den Schwestern :)







 





               -Schuhe Schuhe Schuhe-    




 






Voll bepackt in die Rikscha gequetscht. :) 












Da es wirklich noch  ganz schön viel zu erzählen und zu schreiben gibt über meinen ersten Monat hier werd ich mich im folgenden kurz halten und viele Bilder sprechen lassen, da ja eh keiner Lust hat 20-30 Seiten Blog zu lesen :) Also los geht’s…..




Hier mussten wir uns in der erste Woche registrieren lassen.
Da sind unsere Dokumente doch in guten Händen oder nicht? :)









Neyyadamm


                                        




 Der erste Ausflug mit Sister Sharon und Salii zu Neyyadam. (Dort sahen wir unseren ersten wahnsinnig hübschen Inder, kaum zu glauben aber wahr:)).





                    
















College Emmanuel


Besichtigung des Emmanuel College in dem Monsignore Christudas der Manager ist. Dort verbrachten wir einen halben Tag und konnten auch zum ersten Mal ins Internet:)……




…. und in einem mega Büro TV schauen :) :). 

                                                                ( Na Papi und Mami neidisch? :))

                                               


 Ach ja dieser Msgr. Christudas, ist die rechte Hand vom Bischof und ist auch sonst hier ein echt hohes Tier in der christlichen Szene. :)
Er hat viele verschiedene Projekte am laufen zu denen er uns oft und auch gerne mitnimmt.
Welch ein Glück, denn sonst würden wir nicht so viel rumkommen und hätten auch noch nicht so viele neue und tolle Menschen kennen gelernt.

Weiter geht’s …

                                                          

Boyshome



 Wir waren auch schon auf Besuch in einem Boyshome, in dem Jungs im Alter von 5 bis 20 Jahren untergebracht sind. Sie stammen aus armen Verhältnissen und bekommen im  Boyshome die Möglichkeit eine Schule zu besuchen und auch anschließend eine Ausbildung zu absolvieren.








Wir besichtigten am selben Tag auch noch ein Altenheim und das Girlshome. Da aber mein Akku vom Foto leer ging gibt’s keine Bilder, aber wir kommen da bestimmt ganz bald wieder hin und dann werde ich alles genau dokumentieren:), denn das Altenheim muss man gesehen haben...
Es ist nämlich erschreckend wie ein Altenheim hier aussieht. Es gibt zwei riesige Schlafsäle in denen jeweils zwölf Frauen ab dem Alter von 60 Jahren untergebracht sind. Es gibt dort nur wenige Fenster und die gehen auch nur auf den Gang raus, also kommt fast kein Licht in die Räume. Die Klos und Duschen sind in den Schlafsälen. Es riecht überall nach Urin und sehr vermodert.
Die Damen müssen für die Unterkunft nichts bezahlen da sie aus Familien mit wenig Geld stammen. Die Kinder dieser Frauen wollen oder können sich nicht um die Frauen kümmern, denn in Indien ist es eigentlich üblich das die Großeltern mit unterm Dach leben und mitversorgt werden.
Die älteren Damen freuten sich sehr als wir kamen und sie unsere Hand halten konnten. Auf der einen Seite freute es mich das sie so strahlten und so offen waren auf der einen Seite fand ich es schrecklich und traurig das Frauen die ihr ganzes Leben hart arbeiteten und immer für ihre Familie da waren nun so ihre letzten Tage verbringen müssen…
Dort stieß ich zum ersten Mal an meine Grenzen und war froh als Msgr. Christudas uns zum gehen aufforderte.






Auf dem Weg zum Altenheim machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp an einem anderen Staudamm um riiiiiiesige Fische zu füttern.













      


                                  Kurisumala Pilgrim Center
                                               
Ein weiteres Projekt des Msgr. Christudas ist das Kurisumala Pilgrim Center, welches ein Berg ist mit einem riesigen Holzkreuz an der Spitze. Dieses Holzkreuz wurde von Männern in Schwerstarbeit hinauf getragen.
Es pilgern jedes Jahr im April tausende Menschen hinauf.
Leider war es an diesem Tag zu wolkig um das Holzkreuz zu sehen.







Doch  man konnte den steilen 1,5 Stunden  Aufstieg gut sehen.
Wir setzten uns zu dieser kleinen Gebetsstelle (links) und spürten die Magie und Energie dieses Ortes. Das  hört sich jetzt vllt. blöd an, aber der Ort hatte irgendetwas Beruhigendes und         Tolles  an sich.






 

1 Kommentar:

  1. Liebstes Schwesterherz,

    ich muss sagen da hast du dir richtig Muehe gegeben.
    Total schoen deine Eindruecke.

    Ich vermisse idhc und freue mich von dir zu sehen :)

    Deine Sina

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